Bücher

9783864363849

Jens Meyer

Die Besatzung vom 3001 Kino an das BKM 2002 - 2016 (ePub)

ISBN 978-3-864363-81-5

142 Seiten, ePUB, 9 s-w-Abbildungen

Erschienen: 19. 06. 2016

Ladenpreis: € 7.95

Dies ist die ePub-Fassung des Titels. Er ist auch erhältlich als Printausgabe E-Book PDF E-Book mobi Pocket

Die Besatzung des „3001“ geht nicht unter, wie das Titelfoto des Buches suggeriert, auch wenn die großen und kleinen Katastrophen des Kinoalltags regelmäßig für Grundberührungen sorg(t)en. Die Fähre im Sturm ist eine optische Täuschung, sagt aber mehr als tausend Worte. Die sind nachzulesen in den offiziösen Berichten an die Beauftragte(n) der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) von 2002 bis 2016. Die Berichte sind Bestandteil der jährlichen Bewerbung der 3001-Betreiben um einen Preis des BKM für die besten Kinos der Bundesrepublik. Teils in der Annahme, die Berichte lese sowieso niemand, teils aus Mitleid mit den Kulturstaatsdienern verfasste Kinobetreiber Jens Meyer pure Lyrik über die reale Gedankenwelt seiner 3001-Besatzung, weitab von drögem Wortgebrösel.

Der für unverschämt viel Geld angereiste Starschauspieler aus Japan zerfetzt mit einem scharfen Messer, kunstvollem Satz und Getöse die neue teure Leinwand auf der Bühne anstatt den in die Luft geworfenen Apfel, wie es die Abmachung vorsah. Über den dauerverregneten sommerlichen Open-Air-Kinorasen rutschen tapfer dreizehn Unverdrossene in Gummistiefeln… - Die Katastrophen schwinden im Rückblick vor dem, was alles gelang. Treffsicher und selbstbescheiden erklärt Meyer in seiner intelligenten kleinen Filmgeschichte, wie „in höchstens 15 Minuten“ ein guter von einem schlechten Film zu unterscheiden ist, - großes Kino vom Hinterhof des historischen Montblanc-Gebäudes im Hamburger Schanzenviertel! Neben Dank, Lob und Anerkennung vom Publikum dafür gibt es auch Erheiterung. Der Sattelschlepper mit dem neuen Kinogestühl aus Norwegen strandet vor des Lichtspielhauses Toreinfahrt. „Endlich können wir auch mal als Verkehrsstauer tätig sein. Und es ist auch zur Förderung der Kultur.“, triumphiert das 3001.

Im Mai 2016 existiert das Kino 25 Jahre, hat über 35.000 Besucher jährlich zur Selbstausklärung und -vergewisserung geflimmert und gerauscht. Mit Collagen des Presseechos darauf, Gesprächen von Crumb bis Peter Lohmeyer und jeder Menge widerständiger Gedanken belegt die „Besatzung“ ihr Auf und Ab.

Das 3001 lässt kein Geheimnis geheim – wer die urkomischen Notizen aus dem internen „Nachrichtenbuch“ noch die Gedanken über Gedeih und Untergang buchstäblich großer Kinos und derer, die sich als solches wähnen oder gern eines geblieben wären. Das 3001 ist zuversichtlich: „Der Volksaufstand kommt ja noch, aber erst wenn die Kanzlerin vor jeder Tankstelle einen Polizisten hinstellt, der die Treibstoffausgabe verhindert. Dann kommt er, der Volksaufstand.“ – Die Wirklichkeit ist abgeschafft! – Darauf arbeitet man mit großem Kino, einem – O-Ton – „ungeschwätzigen Produkt“ weiter hin, gerade weil man nur ein kleines mit 91 Plätzen hat.