Bücher

9783864360527

Micheline Maurel

Die Liebe besiegt alles

Berichte aus einem Frauen-KZ

ISBN 978-3-864360-52-7

192 Seiten, Paperback

Erschienen: 24. 04. 2014

Ladenpreis: € 7.70

Während einer Widerstandsaktion wird die 26-jährige Micheline Maurel im Juni 1943 im Südwesten Frankreichs von der deutschen GESTAPO festgenommen und zwei Tage gefoltert. Ein Versuch ihrer Freunde aus der Résistance, sie zu befreien, scheitert. Mit vielen anderen franzö- sischen Frauen wird sie zur Zwangsarbeit in das Deutsche Reich verschleppt. Hier beginnt ihr Bericht über zwanzig Monate Demütigung und Selbstbehauptung.
„Neubrandenburg war ein Loch. Ein Loch, aus dem uns niemand herausholen würde. Hatte man die elektrisch geladene Stacheldrahtumzäunung, passiert, gelangte man auf den Sammelplatz. Zur Linken befand sich eine schwarze Festung ohne Fenster: die Küchenräume. Block 3, der für uns bestimmt war, lag weiter hinten. Er bestand aus einem kleinen Speiseraum und einem riesigen halbdunklen Schlafsaal mit dreistöckigen Bettstellen aus rohem, schmutzigem Holz. Sanitäre Anlagen? Zwei Baracken in einer Entfernung von zweihundert Metern. In der einen Rohre und Hähne; in der anderen eine einzige Betonbank mit zwölf Löchern, sechs auf der einen, sechs auf der anderen Seite. Zwischen Block 3 und den Wachtürmen war ein spärlich bewachsenes Gelände, in dessen Mitte ein weiteres Gebäude stand, die Bade- und Entlausungsbaracke, von der ein Teil als Arrestlokal diente ...“
Im Jahr 1957 erscheinen diese Erinnerungen zum ersten Mal als Buch „Un camp trés ordinaire“. In deutscher Sprache wird der Text („Kein Ort für Tränen.“) zum ersten Mal 1960 zugänglich. Dieses Zeugnis gibt auch denjenigen Frauen, welche die nationalsozialistischen Zwangslager nicht überlebten, ihre menschliche Würde zurück, entreißt sie dem Vergessen und ehrt sie.

Hiermit wird diese Biografie wieder in deutscher Sprache zugänglich, ergänzt mit einem Nachwort ihres Neffen Olivier. Micheline Maurel verstarb am 10. Juli 2009.