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Wir trauern um Robert Rosentreter 11. 02. 2015

Am 8. Februar ist unser Autor und Herausgeber Dr. Robert Rosentreter im Alter von 83 Jahren in Rostock verstorben.
Robert Rosentreter war nicht nur ein Geschäftspartner, der seine Bücher bei uns verlegte, er war auch kritischer Begleiter, Berater und Inspirationsgeber sowie Herausgeber.

Als Verleger und Historikerkollege – er promovierte extern einige Jahre vor mir im gleichen Wissenschaftsbereich – erinnere ich mich gerne an die vielen historischen, philosophischen und gesellschaftlichen Themen, die wir diskutierten. Manchmal hatten sie mit seinen Büchern zu tun, manchmal gingen sie weit darüber hinaus. Robert war ein streitbarer Geist, mit einer angenehmen Streitkultur.

Das war es wohl auch, was ihn so beliebt in vielen Kreisen der Hansestadt machte. Viele kannten ihn und ebenso viele verehrten ihn.
Robert Rosentreter war engagierter Journalist, so klar und verständlich schrieb er; er war Historiker, so differenziert und wissenschaftlich dachte er; er war Offizier, zuletzt im Range eines Fregattenkapitäns, vielleicht war er deshalb so geradlinig. Immer blieb er nachdenklich und kritisch.
Robert hat bei uns mehrere Bücher veröffentlicht: „Im Seegang der Zeit“ war sein ertes, „Schonerbrigg GREIF ex WILHELM PIECK“ folgte und dann kam „Panzerkreuzer POTJOMKIN“ – ein Buch über das Schiff, den Aufstand und den Film: Ein besonders interessantes und anregendes Buch.
Außerdem betreute er bei uns die von ihm initiierte Reihe „rostock maritim“, in der er eine ganze Reihe maritimer Bücher anderer Autoren herausgab.
Zu DDR-Zeiten war er als Marinejournalist tätig, in dieser Funktion war er Mitherausgeber des Marinekalenders der DDR.
Außerdem veröffentlichte er u.a., zumeist mit anderen Kollegen von der Volksmarine, Bücher über Militärtechnik. 1988 erschien im Dietz Verlag Berlin sein Buch „Blaujacken im Novembersturm. Rote Matrosen“. 1995 und 2005 veröffentlichte er Bücher über den FC Hansa, dessen Pressesprecher er von 1991 bis 1995 auch war.
Viele kannten ihn auch durch seine aktive Tätigkeit als Organisator und Moderator für die Hanse Sail und als Mitbegründer und langjährigen Vorsitzenden der Societät Rostock Maritim. Die Erhaltung des maritimen Erbes der Hansestadt lag ihm ganz besonders am Herzen. Er sah dies stets als einen wichtigen Standortfaktor, nicht nur für die Tourismuswirtschaft, sondern auch für die Identität der Bürger Rostocks.

Mit seinem Buch „Hansezeit und Hanse Sail. Aus der maritimen Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns“, 2004 im Hinstorff Verlag erschienen, setzte er sich auch für das maritime Erbe ein.
1995 und 2005 veröffentlichte er Bücher über den FC Hansa – seinen Fußballverein.
Wir werden Robert vermissen und sein Erbe bewahren.

Ingo Koch